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Verhinderungspflege

Gute Pflege und verlässliche Unterstützung – auch kurzfristig und zeitlich begrenzt

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung, die sowohl von der sozialen Pflegeversicherung als auch von den privaten Pflegeversicherungen erbracht werden, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind. Geregelt ist diese Leistung im § 39 SGB XI:
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/39.html.

Ist die privat pflegende Person vorübergehend an der Pflege gehindert oder muss einfach einmal ausspannen, beteiligt sich die Pflegeversicherung an den nachgewiesenen Kosten einer Verhinderungs- bzw. Ersatzpflege zu Hause für längstens 6 Wochen (42 Tage) je Kalenderjahr. Diese 42 Tage können tagesweise nach Bedarf eingesetzt  werden und müssen keineswegs direkt aufeinanderfolgen.

Verhinderungspflege kann erstmalig beantragt werden, nachdem die private Pflegeperson die pflegebedürftige Person mindestens sechs Monate in ihrer häuslichen Umgebung gepflegt hat.

Unabhängig von dem Pflegegrad beläuft sich der Höchstbetrag, mit dem sich die Pflegekasse an den nachgewiesenen Aufwendungen für die Verhinderungspflege beteiligt, auf € 1.612 je Kalenderjahr.

Voraussetzungen dafür sind, dass die Verhinderungspflege durch Personen erfolgt, die

  • keine nahen Angehörigen der pflegebedürftigen Person sind (Verwandte bis zum 2. Grad wie z. B. Eltern, Kinder, Enkel, Großeltern)
  • nicht mit dieser verschwägert sind (z. B. Stiefeltern, Stiefgroßeltern, Schwager / Schwägerin, Schwiegereltern, Schwiegerkinder)
  • nicht mit dieser in einer häuslichen Gemeinschaft leben.

Wird die Pflege von einer der o.g. Personengruppen übernommen, dürfen die erstattbaren nachgewiesenen Aufwendungen den Betrag des Pflegegeldes nach § 37 Absatz 1 Satz 3 für bis zu sechs Wochen nicht überschreitenden, es sei denn, die Ersatzpflege wird erwerbsmäßig ausgeübt. In diesem Fall können jedoch Kosten wie z. B. Verdienstausfall und Fahrtkosten bis zu 2.418 Euro je Kalenderjahr und gegen Nachweis übernommen werden.

Seit dem 1. Januar 2015 besteht die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 50% des jährlich für die stationäre Kurzzeitpflege vorgesehenen und nicht in Anspruch genommenen Betrags (maximal € 806), stattdessen zusätzlich für die Verhinderungspflege zu Hause auszugegeben.

Somit beläuft sich der von der Pflegekasse bereitgestellte Leistungsbetrag auf bis zu € 2.418 je Kalenderjahr.